Presse
Zum Ferienende steht die Nagelprobe bevor
Kostenlose Parkbuchten im Französischen Viertel werden knapp / Noch Platz in den Parkhäusern
An der Nordost-Ecke des Französischen Viertels wird derzeit ein großes Loch ausgehoben. Mit der Überbauung des Blocks 25 verschwindet der Exerzierplatz der ehemaligen Hindenburg-Kaserne, einer der letzten großen kostenlosen Autoabstellplätze im Entwicklungsbereich.
"La bataillon de la garde n'existe plus!" (Das Wachbataillon besteht nicht mehr), meldete der letzte amtierende Colonel des angetretenen Jäger-Regiments seinem Divisionsgeneral, und augenblicklich erloschen alle Lichter. Das von Kaiser Napoleon III. als Leibgarde aufgestellte Korps rückte bis auf eine kleine Nachhut ab.
Das war im Juni vor zwölf Jahren. Die französischen Soldaten wurden auf just dem Platz aus Tübingen verabschiedet, der heute zwischen dem Landkutschersweg und dem Wankheimer Täle liegt und zuletzt vor allem den Autos der Bewohner der angrenzenden Studentenwohnheime eine billige Bleibe bot.
Der Paradeplatz wurde schon vor einiger Zeit in Baugrundstücke parzelliert und an fünf private Baugemeinschaften und an die der Stadt gehörende Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG) verkauft. Im Untergeschoss des gesamten Baufeldes wird die GWG eine Tiefgarage mit knapp 110 Stellplätzen bauen. Darüber werden sechs Wohn- und Geschäftshäuser mit zusammen etwa 70 Wohnungen und rund zehn Gewerbe-Einheiten (Büros, Läden) errichtet.
Alle künftigen Wohnungs- und Gewerbe-Eigentümer im Block 25 sind verpflichtet, einen Auto-Stellplatz im Souterrain zu kaufen. In allen anderen Südstadt-Quartieren wurde der Kauf einer Wohnung nicht an den gleichzeitigen Erwerb eines Stellplatzes gebunden. Diese Entkoppelung wird mittlerweile als Fehler angesehen. Denn in der neuen und verkehrsberuhigten Südstadt gibt es jetzt jede Menge private Autos, deren Besitzer - um Kosten zu sparen - sich bisher nicht um langfristige Abstellgelegenheiten kümmerten. Sie nutzen die Baulücken als kostenlose Parkbuchten.
Mit dem Baufortschritt südlich der Reutlinger Straße ist diese Strategie freilich zum Scheitern verurteilt. Nach dem Block 25 liegen lediglich noch zwei Baufelder teilweise brach. Die kostenlosen Parkplätze werden also knapp. Zu Beginn der Sommerferien kam durch die Fertigstellung der PFV-Parkgarage an der Aixer Straße (über 140 Plätze) und die teilweise Inbetriebnahme (50 Plätze) des Stadtwerke-Parkhauses (SWT) westlich der Pferdeställe weitere Bewegung in die Entwicklung.
Um keine Engpässe zu schaffen und weder Bewohner noch Geschäftsleute zu verärgern, nahm die Stadtverwaltung vorübergehend auch die Buchten entlang der Allee des Chausseurs (parallel zur Reutlinger Straße) aus der Parkraumbewirtschaftung. Zudem stehen neben dem Stadtwerke-Parkhaus noch einige provisorische Parkplätze zur Verfügung.
Nach den Beobachtungen des Südstadtsanierers Cord Soehlke genügte dieses Angebot über die Ferienzeit vollkommen. Mit der Rückkehr der Urlauber könnte es aber eng werden. Für Soehlke ist das Anlass, die Autobesitzer daran zu erinnern, sich nach einem Platz für ihr Verkehrsmittel umzusehen.
Da die Konzeption des Entwicklungsbereichs es von vornherein ausschließt, Autos am Straßenrand abzustellen, bleibt wohl nur, sich in eine der Quartiersgaragen einzumieten oder einzukaufen. Wenn voraussichtlich Mitte Oktober auch der automatische Teil der SWT-Garage mit etwa 330 Parkplätzen in Betrieb geht, will Soehlke weitere Übergangsparkplätze zur Überbauung freigeben. Es gibt im Quartier nämlich etliche Bauwillige, die endlich loslegen wollen.
Autor: Eckhard Ströbel
Schwäbisches Tagblatt
Tübingen 28. August 2003
Bomben in der Südstadt?
Im Bereich der früheren Hindenburg-Kaserne liegen möglicherweise noch Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg begraben. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst, so erfuhren wir gestern im Tübinger Rathaus, sieht derzeit aber keine „akute Gefahr“ für die Bewohner des Französischen Viertels.
Bei der Öffnung alliierter Archive sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Fotos aus dem kriegszerstörten Deutschland zugänglich geworden, die man bisher nicht kannte. Darunter fand sich auch ein Luftbild der Tübinger Südstadt vom 18. April 1945. Auf diesem Foto sind vor allem im Bereich der Hindenburg-Kaserne deutlich stärkere Spuren von Bombenangriffen auszumachen, als bisher angenommen.
Die Stadtverwaltung hat von diesem Bild (es wurde bislang nicht zur Veröffentlichung freigegeben) erstmals am 24. Juli erfahren. Daraufhin nahm sie Kontakt mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst in Stuttgart auf, um das Gefährdungspotenzial abzuklären und das weitere Vorgehen abzustimmen.
In den Gesprächen einigte man sich darauf, dass die noch anstehenden Bauprojekte im Französischen Viertel von den Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes begleitet werden.
Zudem will die Stadt eine weitere Studie in Auftrag geben, mit der die Kampfmittel-Gefahren im Französischen Viertel und in anderen Südstadt-Quartieren auf der Grundlage des neuen Fotos ein zweites Mal untersucht werden. Zu Beginn der Südstadt-Entwicklung wurde das gesamte Gebiet in den Jahren 1992 bis 1994 schon einmal nach Munitionsresten und Blindgängern durchforscht. Auch damals wurden Luftbilder ausgewertet.
Das letzte aus der Kriegszeit vorliegende Foto datierte allerdings auf den 4. April 1945. Aufgrund der Ergebnisse der ersten Untersuchung hielt man die Südstadt seither für ein vergleichsweise unproblematisches Gebiet.
Autor: Sepp Wais
Schwäbisches Tagblatt
tagblatt online 01.08.2003
Autos von der Straße
Neue Parkhäuser im französischen Viertel
In den nächsten Wochen werden im Französischen Viertel zwei Parkhäuser mit zusammen 520 Stellplätzen in Betrieb gehen. Das ist zum einen die von privaten Investoren gebaute „Parkierungsanlage Französisches Viertel“ (PFV) an der Aixer Straße und zum anderen das große Parkhaus der Stadtwerke (Bildmitte vorne). Damit endet dann die Zeit, in der am Straßenrand geparkte Autos toleriert wurden.
Für die Bewohner des dicht bebauten Tübinger Stadtteils gilt im Prinzip seit jeher die Regelung, dass sie ihre Fahrzeuge in Quartiersgaragen abstellen müssen, damit das Blech Fußgängern, Radlern, Erwachsenen und Kindern nicht den öffentlichen Raum verstellt.
Übergangsweise konnte auf unbebauten Grundstücken geparkt werden. Deren Zahl schrumpft jedoch zusehends: Im Wankheimer Täle und westlich der Kirch‘ am Eck (rechte obere Ecke) werden zum Monatsende die nächsten Baugruben ausgehoben. Dazu kommt, dass die Stadtverwaltung nun auch mit der Parkraum-Bewirtschaftung langsam ernst macht. Laternen-Garagen im Wennfelder Garten, in der Marienburger Straße, Eisenhutstraße und an der Allee des Chasseurs sind dann (mit Anlieger-Parkausweis) den Nachbarn des Französischen Viertels sowie den Besuchern und Kunden des Französischen Viertels (mit Kurzzeit-Ticket) vorbehalten.
Den Autobesitzern im Viertel selber empfiehlt die Stadtverwaltung hingegen dringend, sich rechtzeitig bei einem der Garagen-Betreiber einzumieten oder einzukaufen.
Autor: Eckhard Ströbel
Schwäbisches Tagblatt
tagblatt online 18.07.2003
Einstiger Zankapfel wird Erfolgsmodell
Breite Zustimmung im Rat für einen Zwischenbericht
zur Entwicklung der Tübinger Südstadt
Über zehn Jahre mussten vergehen, ehe der von Experten im In- und Ausland als vorbildlich eingestufte und mit etlichen Preisen ausgezeichnete Umbau der vormaligen Garnison auch die – nahezu ungeteilte – Wertschätzung der Tübinger Kommunalpolitiker erfuhr.
Unaufgefordert, aber mit gutem Grund legte Cord Soehlke, der Leiter des städtischen Sanierungsamtes, dem Südstadtausschuss am Montag eine Zwischenbilanz der Veränderungen zwischen Wankheimer Täle und Hechinger Eck vor. Der städtebauliche Entwicklungsbereich, der bislang über ein eigenes Budget verfügt, könne nicht länger von den allgemeinen Mittel-Kürzungen ausgenommen werden, war zuletzt immer deutlicher zu hören.
Soehlke ging darum in die Offensive: Ergänzend zur Zwischenbilanz sagte er den Räten für September ein Papier zu, in dem er sowohl Einsparpotentiale als auch Möglichkeiten, die Einnahmen zu erhöhen, auflisten will, ehe ein neuer Wirtschaftsplan aufgestellt wird.
Am Montag brillierten die Südstadt-Entwickler mit einer Mischung aus Erfolgszahlen und selbstkritischer Analyse: Wenn in etwa einem Jahr die Neubaumöglichkeiten in der früheren Hindenburg-Kaserne und in Loretto ausgeschöpft sind, werden dort rund 1500 (überwiegend preiswerte) Wohnungen für etwa 4000 (überwiegend normalverdienende) Menschen und 200 Betriebe mit 1000 Arbeitsplätzen entstanden sein. Die Stadt speiste den Entwicklungs-Etat über die Jahre mit 8,8 Millionen Euro und erhielt dafür infrastrukturelle Leistungen (Schulen, Kinderhäuser, Hallen, Straßen, Plätze, etc.) im Wert von über 15 Millionen Euro.
Dass Soehlke von sich aus auch die erst teilweise erreichten Ziele (Zusammenwachsen der Südstadt) und die lange verfahrene Parksituation ansprach, ließ seine Bilanz noch in hellerem Licht erstrahlen. Es sei ein Fehler gewesen, den Erwerb einer Wohnung von der Verpflichtung zum Nachweis eines Auto-Abstellplatzes zu entkoppeln, meint man mittlerweile – obwohl einst von ihnen mitbeschlossen – auch bei UFW, WUT und CDU. Soehlke hat daraus gelernt und lässt nun auch direkt zugeordnete Tiefgaragen zu. Für ihre Flexibilität bekamen die Südstadtsanierer viel Lob aus allen Fraktionen.
Einzig Stadtrat Dieter Pantel (CDU) vertrat einmal mehr „die reine Lehre“, dass ein Entwicklungsbereich sich komplett aus sich selber heraus finanzieren müsse. Nicht einmal, wenn der Bereich – wie mit der Volkshochschule – gesamtstädtische Infrastruktur-Aufgaben übernehme, wollte Pantel ihm städtische Zuschüsse zubilligen.
Wie breit der Südstadt-Konsens inzwischen ist, zeigte sich noch an einem anderen Punkt: Die Pförtnerampel, vor über zehn Jahren nach kulturkampf-ähnlichem Streit an der Hechinger Straße aufgebaut, kommt weg, weil die Stau-Strecke nun von Wohn- und Geschäftshäusern gesäumt ist. Darüber musste nicht einmal abgestimmt werden.
Autor: Eckhard Ströbel
Schwäbisches Tagblatt
tagblatt online 16.07.2003
Europäischer Städtebaupreis für Tübinger Südstadt-Entwicklung
Die Universitätsstadt Tübingen und das Stuttgarter Planungsbüro LEHEN drei erhalten für die Südstadt-Entwicklung den "European Urban and Regional Planning Award" in der Kategorie "Conversion and Renewal". Am 8. November 2002 nahmen Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer, Projektleiter Cord Soehlke und LEHEN drei, Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs von 1993, den Preis in Paris entgegen.
Auslober dieser höchsten europäischen Auszeichung für Stadtplanung ist das "European Council of Town Planners" mit Sitz in London. Der Preis wird seit 1991 zum viertenmal vergeben; aus 254 Bewerbungen in europäischen Ländern werden sechs Projekte in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Den Preis in der Kategorie "Conversion and Renewal" erhält neben der Südstadt-Entwicklung noch das südenglische Projekt "The Village at Caterham".
Damit erhält die Tübinger Südtstadt-Entwicklung nach dem "Deutschen Städtebaupreis 2001" und dem "sternstadt"-Preis 2002 ihre bislang höchste Auszeichnung. Seit 1993 entsteht im Tübinger Süden auf den Flächen der ehemaligen französischen Garnison ein urbaner und lebendiger Stadtteil, der durch konsequente Nutzungsmischung, hohe Dichte und vielfältige Architektur geprägt wird. Die wesentlichen Akteure der Entwicklung sind neben der Stadt und privaten Planungsbüros eine große Vielzahl privater Baugemeinschaften und Betriebe.
Das Projekt findet im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme statt und umfasst ca. 65 ha, auf denen 2.000 Arbeitsplätze und Wohnraum für 6.500 Einwohner entstehen sollen. Aktuell ist mit den beiden Quartieren Französisches Viertel und Loretto-Areal nahezu die Hälfte der Entwicklung abgeschlossen.
Für weitere Informationen zur Tübinger Südstadt-Entwicklung steht Ihnen das Stadtsanierungsamt Tübingen, Hr. Soehlke / Fr. Weiterschau, Lorettoplatz 30, 72072 Tübingen, Tel. 07071-935110, zur Verfügung. Detaillierte Informationen zum "European Urban and Regional Planning Award" erhalten Sie auf der Website des "European Council of Town Planners" (www.ceu-ectp.org).
Quelle: www.tuebingen.de/25_1821.html
Die Universitätsstadt Tübingen und das Stuttgarter Planungsbüro LEHEN drei erhalten für die Südstadt-Entwicklung den "European Urban and Regional Planning Award" in der Kategorie "Conversion and Renewal". Am 8. November 2002 nahmen Oberbürgermeisterin Brigitte Russ-Scherer, Projektleiter Cord Soehlke und LEHEN drei, Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs von 1993, den Preis in Paris entgegen.
Auslober dieser höchsten europäischen Auszeichung für Stadtplanung ist das "European Council of Town Planners" mit Sitz in London. Der Preis wird seit 1991 zum viertenmal vergeben; aus 254 Bewerbungen in europäischen Ländern werden sechs Projekte in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Den Preis in der Kategorie "Conversion and Renewal" erhält neben der Südstadt-Entwicklung noch das südenglische Projekt "The Village at Caterham".
Damit erhält die Tübinger Südtstadt-Entwicklung nach dem "Deutschen Städtebaupreis 2001" und dem "sternstadt"-Preis 2002 ihre bislang höchste Auszeichnung. Seit 1993 entsteht im Tübinger Süden auf den Flächen der ehemaligen französischen Garnison ein urbaner und lebendiger Stadtteil, der durch konsequente Nutzungsmischung, hohe Dichte und vielfältige Architektur geprägt wird. Die wesentlichen Akteure der Entwicklung sind neben der Stadt und privaten Planungsbüros eine große Vielzahl privater Baugemeinschaften und Betriebe.
Das Projekt findet im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme statt und umfasst ca. 65 ha, auf denen 2.000 Arbeitsplätze und Wohnraum für 6.500 Einwohner entstehen sollen. Aktuell ist mit den beiden Quartieren Französisches Viertel und Loretto-Areal nahezu die Hälfte der Entwicklung abgeschlossen.
Für weitere Informationen zur Tübinger Südstadt-Entwicklung steht Ihnen das Stadtsanierungsamt Tübingen, Hr. Soehlke / Fr. Weiterschau, Lorettoplatz 30, 72072 Tübingen, Tel. 07071-935110, zur Verfügung. Detaillierte Informationen zum "European Urban and Regional Planning Award" erhalten Sie auf der Website des "European Council of Town Planners" (www.ceu-ectp.org).
Quelle: www.tuebingen.de/25_1821.html
